Kurzbeitrag von Horst-Peter Rauguth zum Hiroshima-Tag 2020

Liebe friedensengagierte Menschen!

Wir vom Friedensnetz Saar stehen hier am heutigen Tag, weil

vor 75 Jahren, am 6. und 9. August 1945 die amerikanischen Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden. Sie rissen mehr als 200.000 Menschen in einen unvorstellbar grausamen Tod, die Überlebenden litten ihr Leben lang unter der nuklearen Verseuchung wie unter den psychischen Folgen, beide Städte wurden fast vollständig ausgelöscht. Wir gedenken der unzähligen Opfer dieser furchtbaren Angriffe vor 75 Jahren.

Lassen wir uns erschüttern von dieser bis heute in einer Kriegslogik gerechtfertigten Taten.

Christlicher Glaube, Menschen- und Völkerrecht stufen diese Taten als Verbrechen gegen Gott und die Menschheit ein.

Gewissen und politische Vernunft mahnen uns angesichts dieser Verbrechen und ihrer Folgen, Massenvernichtungswaffen und auch die Drohung damit abzulehnen.

In der Hoffnung 75 Jahre nach dem Abwurf, eine Welt zu schaffen, die frei von Atomwaffen ist, während einige Hibakusha (anerkannte Opfer der Bombenabwürfe) noch leben, entwickelte die in Hiroshima gegründete internationale Nichtregierungsorganisation Mayors for Peace (Bürgermeister für den Frieden), der auch die Stadt Saarbrücken angehört, 2003 die Vision 2020, die Umsetzung der Vision einer atomwaffenfreien Welt bis zum Jahr 2020.

Diese Initiative mündete dann 2017 in den mit einer überwältigenden Mehrheit von 122 Staaten beschlossenen Atomwaffenverbotsvertrag der UN, der den Weg zu einer atomwaffenfreien Welt mit der Ächtung aller Atomwaffen und mit dem Verbot der Herstellung und des Besitzes in kurzer Frist festschreibt. So ist nun nach dem Nichterreichen des ursprünglichen Zieles schon in diesem Jahr eine atomwaffenfreie Welt zu haben, die Hoffnung, dass noch in diesem Jahr 50 Staaten den Verbotsvertrag ratifizieren und so das Verbot und die Ächtung in Kraft tritt.

Wir stehen hier vor dem Landtag des Saarlandes, weil wir auch den Landtagsabgeordneten, den Vertretern der Menschen im Saarland, zutrauen, sich für diesen Vertrag einzusetzen und initiativ zu werden.

Auch Deutschland muss sich der Rechtfertigung der Massenvernichtung und der Drohung damit entziehen und sich dem von einer überwältigenden Mehrheit der eigenen Bevölkerung und der Weltbevölkerung getragenen Atomwaffenverbotsvertrag anschließen und so den einzig richtigen friedenslogischen Weg zu einer Verhinderung eines Atomkrieges und der Vernichtung der Menschheit zu gehen.

Ban nukes, yes we can!

Horst-Peter Rauguth, Geistlicher Beirat pax christi Deutschland

hp.rauguth@paxchristi.de

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