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Ostermarsch-Rede von Peter Tiefenbrunner

Rede zur Schlusskundgebung des Ostermarsch 2022 in Saarbrücken (16.04.2022)

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

  1. Mein Name ist Peter Tiefenbrunner, Sie haben es gehört. Ich bin Kabarettist, Schauspieler, Autor. Ich bedanke mich sehr für die Einladung der Veranstalter, hier heute sprechen zu dürfen. Es ist mir eine Ehre. Ich bin sehr erfreut, dass ihr doch so zahlreich hierher gekommen seid. Es ist wie bei vielen solchen Veranstaltungen: Man hat weniger befürchtet und mehr erhofft… Es sind schlimme Zeiten, auch und gerade für die Friedensbewegung, und natürlich ist mir klar, auf welch schwierigem Gelände wir alle uns hier bewegen. Als mich die Einladung hierher erreichte, Mitte Januar, schien das noch einfacher. Wie vermutlich viele von Euch habe ich nicht an einen Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine geglaubt, der 24.Februar hat mich eines besseren belehrt. Wie viele war ich bestürzt und entsetzt über die Nachrichten, Bilder und Berichte aus der Ukraine.
  2. Muss man sich erklären, wenn man sich angesichts des Krieges in der Ukraine auf die Bühne stellt und bei der Schlusskundgebung des Ostermarsches spricht? Eigentlich nicht, denn wann, wenn nicht angesichts eines Krieges – noch dazu in unserer europäischen Nachbarschaft – wäre ein öffentliches Eintreten für den Frieden selbstverständlicher und nötiger? Aber wir wissen alle, dass es so einfach nicht ist. Also vorab, vor allem auch in tiefem Respekt und Mitgefühl für alle Menschen der Ukraine, denen unsere Solidarität und Hilfe gelten sollte, seien sie noch in ihrem Land oder auf der Flucht, vielleicht auch schon hier bei uns untergekommen, sei von mir aus klargestellt: Der Überfall auf die Ukraine ist ein brutaler, durch nichts zu rechtfertigender Angriffskrieg Putins, unverantwortlich und völkerrechtswidrig und muss sofort beendet werden. Die russischen Truppen müssen sofort die Ukraine verlassen, damit weiteres Leid, weitere Zerstörung, weitere zivile und militärische Opfer vermieden werden. Und das umso mehr, als die Bilder aus den von der russischen Armee verlassenen Orten, auch wenn die endgültige Bestätigung noch fehlt, auch auf begangene furchtbare Kriegsverbrechen schließen lassen. Russland raus aus der Ukraine – ich weiß, dass das im Augenblick wohlfeile Wünsche sind und der russische Präsident sicher nicht auf unsere kleine Demonstration hören oder sie überhaupt zur Kenntnis nehmen wird. Aber wir sind ja in diesen Tagen nicht die einzigen, die diese Botschaft schicken.
  3. Ich bin nicht Mitglied einer Partei oder Organisation, deren Meinung ich hier vertreten würde. Und ich bin vor allem auch kein Militärexperte, Stratege, Waffenfachmann schon gar nicht und auch kein außenpolitisch besonders kundiger Mensch. Ich spreche hier also nur für mich, ganz persönlich und ohne den Anspruch zu wissen, wo es jetzt langzugehen hat. Natürlich haben mich die Ereignisse der letzten Wochen getroffen, verunsichert, sind manche Gewissheiten ins Wanken geraten. Etwa zwei Wochen nach dem Überfall auf die Ukraine habe ich in meiner wöchentlichen Rundfunkglosse „Brunners Welt“ beim SR gesagt:

Nicht dass Sie denken, ich sei nicht ebenso ratlos wie Sie. Zumindest hoffe ich auf eine gewisse Ratlosigkeit im Volk. Die erscheint mir allemal angemessener als das intellektuelle Strammstehen, das offenbar erwartet wird als Reaktion auf das neue Deutschland, das da über uns gekommen ist. Rührt Euch. Zu langes Strammstehen blockiert die Durchblutung des Gehirns.
Das war nach der Bundestagssitzung, in der Olaf Scholz die „Zeitenwende“, die 100 Milliarden Sondervermögen für die Bundeswehr und die Zusage für 2 % des Bruttosozialproduktes für den Verteidigungshaushalt Deutschlands auf Dauer verkündet und dafür nahezu einmütigen Applaus der Abgeordneten bekommen hatte. Und dann sagte der Kanzler:
„Denn: Wir werden uns nie abfinden mit Gewalt als Mittel der Politik“. Standing Ovations
Man muss schon ziemlich lange gedanklich strammgestanden haben, wenn einem an dieser Kombination nichts aufstößt.
Aus meiner Ratlosigkeit, die auch aus unserer Hilflosigkeit angesichts des Kriegsschreckens resultiert, möchte ich noch ein paar Gedanken mit euch teilen. Mir scheint diese Ratlosigkeit, die Unsicherheit, das Zugeben von Fragen und Nichtwissen und das Überlegen und Suchen nach möglichen Lösungen jedenfalls ehrlicher und sinnvoller, als die schnellen und selbstsicheren Parolen und Meinungen, mit denen wir es in den letzten Wochen so massiv zu tun haben.

  1. Ich war Ende Februar für drei Wochen in einer Rehaklinik im Schwarzwald. Dort hatte ich – nun ja – sowas wie ein Zwangs-Abo der FAZ. Natürlich hat mich niemand gezwungen, diese Zeitung zu lesen, aber ich hatte nur die Wahl zwischen der BILD und der FAZ. Tja. Ein heilsamer Blick aus meiner gewohnten Zeitungs- und Medienblase, in der ich mich sonst so bewege. Und erschütternd, mit welcher Genugtuung und Häme dort in vielen Artikeln und Kommentaren beschworen wurde, dass nun endlich die SPD, die Grünen, die Friedensbewegung und überhaupt alle Linken aus ihren rosarot naiven Träumen von Frieden und Gewaltlosigkeit gerissen worden seien und Deutschland nun endlich aufgewacht sei. Haarscharf an „erwacht“ vorbei… Namentlich ein gewisser Jasper von Altenbockum hat sich da besonders hervorgetan.
    Nicht, dass diese Anwürfe aufgehört hätten. Gerade hat FDP-Außenpolitikexperte Alexander Graf Lambsdorff in der ZEIT geschrieben: „Wer diese Demos besucht, spuckt den Ukrainern ins Gesicht.“ und kommt dann etwas weiter zu dem Statement: „Die Ostermarschierer sind die fünfte Kolonne Wladimir Putins, politisch und militärisch.“ Ach Gott. Wieder mal. 1983 hatte schon Heiner Geißler behauptet, der Pazifismus hätte Auschwitz erst möglich gemacht. Ist das nun die allseits beschworene „Zeitenwende“, dass die alten, verstaubten Argumente wieder herausgekramt werden? Es stinkt mächtig nach Mottenkugeln im Land. Und das geht immer Hand in Hand mit dem Vorwurf, die Pazifisten und Ostermarschierer seien ihren alten, gestrigen Parolen verhaftet, die nicht mehr in die neue Zeit passten. Komisch. Dabei ist doch als Reaktion auf Krieg und Gewalt mehr Krieg und mehr Gewalt einzusetzen die ziemlich älteste Antwort, die ich mir vorstellen kann. Si vis pacem para bellum – wenn du den Frieden willst, rüste zum Krieg, sagten vor über 2000 Jahren die alten Römer. Wen wunderts, dass später ein beliebter Revolver „Peacemaker“ hieß und „Parabellum“ eine Munitionsmarke wurde.
    Auch Dietmar Klostermann fragte in der Saarbrücker Zeitung die Friedensaktivisten: „Passen Ihre Botschaften noch in die Zeitenwende?“ Und zerrt ein paar Zeilen weiter die älteste und zerlumpteste Worthülse aus der Mottenkiste: „Wenn ihr Ostermarsch nicht in Saarbrücken, sondern in Moskau vor dem Kreml stattfinden würde, wären sie wieder glaubwürdig.“ Ach, waren Sie das, Herr Klostermann, der unter Gefahr für Leib und Leben das Antikriegs-Schild in den russischen Nachrichten hochgehalten hat? Nein? Sie haben auch nur in Ihrem SZ-Büro gesessen und ein paar Artikel geschrieben? – Gern geschehen.
    Aber das alles ist ja nicht der Kern der Sache. Trotzdem stellt sich doch die Frage: Wäre nicht die Suche nach und das Ringen um nicht-kriegerische Lösungen die weitaus zeitgemäßere, neuere und klügere Reaktion als der jahrtausendealte reflexhafte Ruf nach mehr oder gefährlicheren Waffen?
  2. Um was muss es denn jetzt gehen?
    Ich denke: Den Krieg in der Ukraine möglichst schnell, mit möglichst wenigen getöteten Menschen und möglichst wenig zerstörten Städten zu beenden.
    Was hilft dabei? Waffen? Mehr Waffen? Defensiv-Waffen? Schwere Waffen? Schwerere Waffen? Wo ist die Grenze dieser Logik? Wann ist die Grenze erreicht, in der Deutschland (oder Großbritannien, Frankreich oder die USA – und damit die NATO) – doch Kriegspartei wird? Gehen Panzer noch durch? Boden-Luft-Raketen? Panzer Abwehr-Minen? Und was kommt dann, als nächste Eskalationsstufe? All die, die den natürlich legitimen Abwehrkampf der Ukrainer mit weiteren Waffen unterstützen, sagen, ebenso wie die ukrainische Regierung selbst, man müsse „Die Kosten des Krieges für Russland möglichst hoch machen.“
    Nicht falsch verstehen: Hier geht es nicht um die Kosten, die einfach in Dollar, Euro oder Rubel zu begleichen wären. Hier geht es um die Leben, die es die russische Armee kostet. Je mehr tote russische Soldaten, desto besser? Das ist die Logik des Krieges. Und natürlich heißt das in dieser teuflischen Rechenaufgabe auch: mehr tote Ukrainer und Ukrainerinnen. Zivilisten. Kinder. Alte Menschen. Nicht, dass ich hier Täter und Opfer verwechseln wollte. Aber: Der Schriftsteller Christian Baron weist in einem ZEIT-Artikel darauf hin, „dass es vor allem die Söhne der Armen sind, die in jene Kriege ziehen müssen, von denen die Söhne derer verschont bleiben, die diese Kriege befehlen. Auch in der russischen Armee dienen überwiegend nicht die Kinder der Oligarchen und der großstädtischen Intelligenz, sondern die der Armen. Ihnen hat der schwerreiche Wladimir Putin die Invasion in der Ukraine befohlen.“
    Da kann man ruhig nochmal an das alte Biermann-Lied denken: Soldaten sehn sich alle gleich – lebendig und als Leich. Hilft die zukünftige Aufrüstung der Bundeswehr dabei, diesen Krieg zu beenden? Gar schnell zu beenden?
    Wann können denn diese angekündigten Maßnahmen tatsächlich greifen? Wann ist alles angeschafft – von der Unterhose bis zum Kampfflugzeug – wann ist die Personalstärke groß genug für das neue wehrhafte Deutschland? In fünf Jahren? In zehn? Und was ist bis dahin mit den Ukrainerinnen und Ukrainern geschehen?
    Ist denn überhaupt zu wenig Geld für Rüstung der Grund für den desolaten Zustand unserer Armee? Oder doch eher Inkompetenz, Bürokratie, die Gier der hochbezahlten Beraterfirmen und der Rüstungskonzerne? In den vergangenen Jahren ist der Verteidigungshaushalt stetig schrittweise angestiegen. 2014 betrug der Soll-Etat noch 32,4 Milliarden Euro. 2017 rund 37 Milliarden Euro. Im Jahr 2019 43,2 Milliarden Euro. Das sind die Zahlen des Bundesverteidigungsministeriums. Hat das denn irgendetwas verbessert?
    Apropos Rüstungsfirmen: Haben wir nicht noch vor kurzem Waffen auch nach Russland geliefert? Ja, ich weiß, das waren bestehende Verträge, die musste man leider einhalten. Oder es handelte sich um sogenannte „Dual-Use-Güter“, Dinge also, die man sowohl zum zivilen als auch zum kriegerischen Zweck gebrauchen kann. Wer eine ziemlich blöde Ausrede für lukrative Waffenexporte zu schätzen weiß: Die Bundesregierung hat noch im März letzten Jahres erklärt, dass man solche Exporte nach Russland nicht verbieten kann, weil man konkrete Anhaltspunkte dafür brauche, „dass das Risiko einer militärischen Endverwendung besteht“.
  3. Kürzlich las ich wieder, dass in der Ukraine ein Ausreiseverbot aus der Ukraine für alle Männer von 18 – 60 Jahren gilt. Die ukrainischen Behörden warnten deutlich, dass die Männer nicht versuchen sollten, die Grenzen zu überqueren. Sollte die Nichtbeteiligung am Kampf, die Flucht vor dem Krieg, nicht nur für Frauen und Kinder, sondern auch für Männer ein selbstverständliches Recht sein? Ich habe größten Respekt und Hochachtung vor jedem und jeder, der oder die sich freiwillig mit oder ohne Waffe gegen die Angriffe wehrt. Aber ebenso ist eine Entscheidung nicht zu kämpfen, bei den Kindern und der Familie zu bleiben, nicht weniger respektabel.
  4. Wie also kann der Krieg beendet werden?
    Die weitaus meisten Kriege werden am Verhandlungstisch beendet.
    Und deswegen finde ich den Vorwurf, die Beschimpfung „Putinversteher“ eine der blödesten Diffamierungen auf dem Markt. Wer sie benutzt, meint ja eigentlich etwas anderes: Man hätte Sympathien für Putins Vorgehen, man sei gar auf seiner Seite und würde seine Machenschaften relativieren oder gar gutheißen. „Dafür hab ich Verständnis“ heißt das missverständlich in der deutschen Sprache. Aber Verstehen und billigen sind und bleiben zwei verschiedene Dinge. Und diese richtige Art Verstehen ist zwingende Voraussetzung für Diplomatie und Verhandlungen. Nochmal: Kriege werden beendet durch Verhandlungen. Oder durch die Vernichtung des Gegners. Oder dank des overkill-Bestandes an Nuklearwaffen: Der Vernichtung aller Beteiligten und Unbeteiligten. Mir scheint, es ist mehr als notwendig, sich wieder und weiter Gedanken über den Frieden, wie man ihn erreicht und sichert und erhält zu machen und dafür einzustehen und aufzustehen. Und ich hoffe, dass kompetentere Menschen als ich unermüdlich und mit allen Kräften daran arbeiten. Das ist zeitgemäßer und erfolgversprechender als die ewiggestrigen Säbelrassler mit ihren uralten Parolen.

Und deswegen war ich heute sehr gerne hier. Ich danke für Euer Zuhören.

Veranstaltung 60 Jahre Ostermarsch Saar – 60 Jahre für Frieden und Abrüstung

Talkrunde über den langen Atem der Friedensbewegung

Freitag, 22.04.2022 18 Uhr, Friedenskirche Saarbrücken, Wilhelm-Heinrich-Straße 2, 66117 Saarbrücken

In diesem Jahr werden die Ostermärsche im Saarland 60 Jahre alt. Eigentlich ein Grund zu Feiern – die aktuelle Lage verhindert dies. Wir wollen trotz alledem die Gelegenheit nutzen, auf diese sechs Jahrzehnte zurückzuschauen und Menschen zusammenbringen, die in dieser Zeitspanne dabei waren.

Drohende atomare Bewaffnung der Bundeswehr, Krieg in Vietnam, Neutronenbombe, neue Mittelstreckenraketen in Ost und West, Kriegseinsätze der Bundeswehr, Krieg als Klimakiller Nr. 1 – die Themen des Ostermarsches haben sich über die Jahre verändert, die Beteiligung schwankte, das Ziel ist dasselbe geblieben: Eine Welt ohne Kriege, Atomwaffen und Militär.

In der Veranstaltung kommen Ostermarschierer*innen verschiedener Generationen zusammen, um gemeinsam über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Friedensbewegung im Saarland zu sprechen.

Mit der Veranstaltung beginnt eine Ausstellung zu 60 Jahre Ostermärsche im Saarland, die bis Pfingsten in der Friedenskirche zu sehen ist.

Eine Veranstaltung des FriedensNetz Saar in Zusammenarbeit
mit der Peter-Imandt-Gesellschaft Rosa-Luxemburg-Stiftung
Saarland

Ostermarsch Saar 2022

Krieg sofort stoppen – Russische Truppen raus aus der Ukraine – Atomwaffenverbot durchsetzen –
Abrüstung und Klimaschutz jetzt!

SA, 16.04.2022, 11 Uhr Johanneskirche Saarbrücken,
12 Uhr Kundgebung am Tbilisser Platz (Staatstheater)
Rede: Peter Tiefenbrunner, Kabarettist
Musik: Sigi Becker

An Ostern gehen wir für die sofortige Beendigung des völkerrechtswidrigen brutalen Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine auf die Straße. Unsere Solidarität und unsere Gedanken sind bei den Menschen in der Ukraine, die unter diesem furchtbaren Krieg leiden.
Wir fordern einen umgehenden Waffenstillstand. Verhandeln statt Schießen!
Wir lehnen Waffenlieferungen in die Krisenregion weiter ab, weil wir befürchten, dass sie den Krieg weiter eskalieren und die Ukraine auf Jahre zum Schauplatz eines Kriegs ähnlich dem in Syrien machen würden– mit noch mehr Leid und zivilen Opfern.
Wir unterstützen gezielte Sanktionen, die Oligarchen, kapitalistische Großunternehmen und die Finanziers des Krieges in Russland treffen. Wir lehnen Sanktionen ab, die die Bevölkerung treffen.
Wir sind entsetzt über das neue Aufrüstungsprogramm der Bundesregierung, das Deutschland zu einer militärischen Großmacht im Weltformat machen soll und fordern angesichts der Überrüstung der NATO-Staaten Abrüsten statt Aufrüsten.
Wir fordern sämtliche Staaten dazu auf, endlich die todbringende Spirale von Rüstung und Gegenrüstung zu durchbrechen und Maßnahmen der Entspannung einzuleiten!
Wir begrüßen die bedingungslose Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge in der EU und fordern die rassistische Ausgrenzung anderer Flüchtlinge an den Grenzen sofort zu stoppen sowie das Ende europäischer Abschottungspolitik!
Lasst uns Brücken bauen für den Frieden – Für eine Politik der gemeinsamen Sicherheit!

Wir fordern darüber hinaus:

  • Atomwaffenverbot durchsetzen! Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrags auch durch Deutschland! Abzug aller Atomwaffen (Büchel/Eifel)!
  • Abrüsten statt Aufrüsten! Nein zur Erhöhung der Rüstungsausgaben auf 2% des Bruttoinlandsprodukts!
  • Entspannung und Zusammenarbeit statt Säbelrasseln und Konfrontation! Rückkehr zum Völkerrecht! Afghanistan darf sich nicht wiederholen!
  • Waffenlieferungen stoppen!
  • Schluss mit Auslandsinterventionen der Bundeswehr! Keine Einsätze im Pazifik!
  • Keine Drohnenkriege! Keine bewaffneten Drohnen für die Bundeswehr!
  • Auflösung der Air Base in Ramstein und aller anderen Militärbasen!
  • Erneut zeigt sich: Krieg ist der größte Klimakiller. Klimaschutz und globale Zusammenarbeit statt neues Wettrüsten, militärische Übungsflüge stoppen!
  • Keine weitere Militarisierung der EU!
  • Investitionen in Gesundheit, Umwelt, Bildung, Soziales und Kultur!
  • Grenzen öffnen für Menschen – Grenzen schließen für Waffen, Fluchtursachen bekämpfen!
  • Schluss mit der Unterstützung von Angriffskriegen und diktatorischen Regimen!
  • Umsetzung des Konzeptes „Sicherheit neu denken“! http://www.sicherheitneudenken.de

In der kapitalistischen Gesellschaft werden Kriege aus Profitinteresse geführt, an Krieg und Waffen werden Milliarden verdient, gleichzeitig werden natürliche Ressourcen zerstört und der Klimawandel treibt in eine globale Katastrophe. Abrüstung muss daher gegen eine mächtige Lobby durchgesetzt werden. Wir streben eine Gesellschaft an, in der die Interessen der Menschen und der Natur im Mittelpunkt stehen und nicht Wachstumszwang und Profit. Die Zeit ist reif für radikales Umsteuern und neue, nachhaltige Perspektiven für unsere Sicherheit und die Erhaltung unseres Planeten.

Unterstützer/innen (Stand: 12.04.22):
Aktionsbündnis Stolpersteine/Frieden Völklingen, attac, Bündnis Corona solidarisch lösen, Deutsche Kommunistische Partei, Deutscher Freidenkerverband Rheinland-Pfalz-Saar, Deutscher Gewerkschaftsbund, Forum für Freiheit, Demokratie und Antifaschismus Neunkirchen, Frauengruppe Courage, Fridays for future, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Griechenland Solidarität, IPPNW Homburg, Rote Peperoni, Kurdisches Gesellschaftszentrum, Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands, Montagsdemonstration Saarbrücken, Motorradclub Kuhle Wampe, NaturFreunde, Ökumenisches Netz Rhein-Mosel-Saar, Omas gegen Rechts, pax christi im Bistum Trier, Peter-Imandt-Gesellschaft – Rosa Luxemburg Stiftung, Quattro Pax, Umweltgewerkschaft, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – BdA, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Bez. Region Saar Trier (wenn nicht besonders vermerkt, unterstützt der Landesverband)

Eine andere Welt ist nötig und möglich! Deshalb:

Macht mit beim Ostermarsch 2022

Kundgebung und Menschenkette über die Saar: Die Waffen nieder – Rückzug der russischen Truppen aus der Ukraine – Brücken bauen für den Frieden – Abrüsten und Klima retten statt Aufrüsten

Samstag, 05.03.2022 um 11.55 Uhr  Saarbrücken; Tbilisser Platz (Staatstheater) und Alte Brücke

Das FriedensNetz Saar ruft erneut zu einer Friedensaktion für die sofortige Beendigung des völkerrechtswidrigen brutalen Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine auf. Unsere Solidarität und unsere Gedanken sind bei den Menschen in der Ukraine, die unter diesem furchtbaren Krieg leiden.

Wir fordern einen umgehenden Waffenstillstand. Verhandeln statt Schießen!

Wir lehnen Waffenlieferungen in die Krisenregion weiter ab, weil wir befürchten, dass sie den Krieg weiter eskalieren und die Ukraine auf Jahre zum Schauplatz eines Kriegs ähnlich dem in Syrien machen würden– mit noch mehr Leid und zivilen Opfern.

Wir unterstützen gezielte Sanktionen, die Oligarchen, kapitalistische Großunternehmen und die Finanziers des Krieges in Russland treffen. Wir lehnen Sanktionen ab, die die Bevölkerung treffen.

Wir sind entsetzt über das neue Aufrüstungsprogramm der Bundesregierung, das Deutschland zu einer militärischen Großmacht im Weltformat machen soll und fordern angesichts der Überrüstung der NATO-Staaten Abrüsten statt Aufrüsten.

Wir fordern sämtliche Staaten dazu auf, endlich die todbringende Spirale von Rüstung und Gegenrüstung zu durchbrechen und Maßnahmen der Entspannung einzuleiten!

Wir begrüßen die bedingungslose Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge in der EU und fordern die rassistische Ausgrenzung anderer Flüchtlinge an den Grenzen sofort zu stoppen sowie das Ende europäischer Abschottungspolitik!

Lasst uns Brücken bauen für den Frieden und für eine Politik der gemeinsamen Sicherheit auf die Straße gehen.

Wir bitten die Teilnehmer*innen, Schals und Tücher für die Menschenkette mitzubringen.

Kundgebung gegen Krieg und Aufrüstung! Sofortiger Stopp aller Eskalationen!

Samstag, 26.02.2022      11.55 Uhr    Saarbrücken; Tbilisser Platz (Staatstheater)

Das FriedensNetz Saar ruft angesichts der militärischen Eskalation in der Ukraine zu einer Kundgebung für den Frieden auf. Inmitten Europas herrscht Krieg – direkt in unserer Nachbarschaft. Russlands Präsident Putin hat einen Angriffskrieg gegen die Ukraine gestartet, überschreitet ihre Grenzen und verletzt in dramatischer Weise das Völkerrecht. Es gibt keine militärische, sondern nur eine politische Lösung auf der Basis der Prinzipien der gemeinsamen Sicherheit.

Lasst uns gegen den Krieg, für eine Politik der gemeinsamen Sicherheit auf die Straße gehen.

Wir fordern:

  • Sofortige Einstellung aller Kampfhandlungen und Militäroperationen – Rückzug der russischen Truppen von ukrainischem Staatsgebiet
  • Rücknahme der Anerkennung der ostukrainischen Gebiete durch Russland
  • Schluss mit Kriegsrhetorik, Konfrontationspolitik und Sanktionen
  • Sofortige direkte Verhandlungen der Bürgerkriegsparteien in der Ukraine auf Grundlage von Minsk II
  • Beidseitiger Rückzug aller Truppen aus der Konfliktregion
  • Stopp der NATO-Osterweiterung – Keine Waffenlieferungen in die am Konflikt beteiligten Staaten – Keine weiteren Truppenverlegungen der NATO nach Osteuropa
  • Verhandlungen mit Russland auf der Grundlage eines klaren Bekenntnisses zu Entspannung und dem Prinzip der gemeinsamen Sicherheit
  • Aktives Eintreten für Rüstungskontroll- und Abrüstungsverhandlungen
  • Deutliche Rückführung der Überrüstung der NATO-Staaten
  • Schluss mit den Großmanövern von NATO und Russland

Rede von Thomas Hagenhofer

Rede von Host-Peter Rauguth

Online-Gesprächsrunde zum Thema: Klima und Frieden – zwei Seiten einer Medaille! Abrüstung für Klimaschutz – Frieden und Zukunftsfähigkeit gehören zusammen.

Montag, 14.. Februar um 19.00 Uhr

Mit Raymond Becker, „Friddens- a Solidaritätsplattform Lëtzebuerg“ und im Koordinationsteam des Friedens- und Solidaritätsnetzwerks „QuattroPax“ in unserer Großregion.

Ist in der Nord-Süd-Entwicklungszusammenarbeit aktiv, hat 21jährige kommunalpolitische Erfahrung. Raymond Becker war Vorstandsmitglied des Öko-Institut Freiburg e.V. http://www.oeko.de

Susanne Speicher, Aktivistin bei „Fridays for Future Saarland“

Seit 3 Jahren demonstrieren und streiken weltweit hunderttausende junge Menschen für ihre Zukunft, den Klimaschutz und den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Nur wenn wir rasch und konsequent handeln, können wir die Erderwärmung begrenzen, dass Massenaussterben von Tier – und Pflanzenart aufhalten, die natürlichen Lebensgrundlagen bewahren und eine lebenswerte Zukunft für derzeit lebenden und kommende Generationen gewinnen. Wie die Zukunftsfähigkeit unseres Planeten zunehmend mit der Frage von Krieg, Frieden und Fluchtursachen einhergehen könnte, darüber wollen wir mit Euch/Ihnen diskutieren. Herzliche Einladung dazu.

Teilnahmelink:

Nehmen Sie an meinem Meeting per Computer, Tablet oder Smartphone teil.

https://global.gotomeeting.com/join/265051965

Sie können sich auch über ein Telefon einwählen.

(Bei Geräten, die diese Funktion unterstützen, ist die sofortige Teilnahme über eine der unten aufgeführten Direktwahlnummern möglich.)

Deutschland: +49 891 2140 2090

– Direktwahl: tel:+4989121402090,,265051965#

Zugangscode: 265-051-965

Solidarität mit Geflüchteten am Internationalen Tag der Menschenrechte:

Freitag, 10.12. 2021 um 16.00 Uhr, Schengen/Perl, Moselbrücke.

Mahnwache: „Menschenrechte für alle – relevanter denn je!“

QuattroPax, eine grenzüberschreitende Friedensinitiative aus Luxemburg, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Provinz Luxemburg in Wallonien und Lothringen, protestiert am Internationalen Tag der Menschenrechte gegen die inhumane Abschottungspolitik der EU.

Am 10. Dezember 2021 treffen sich um 16.00 Uhr Vertreter/innen des Friedens- und Solidaritätsnetzwerkes QuattroPax zu einer Mahnwache auf der Brücke Schengen/Perl. Schengen steht für das beharrliche und erfolgreiche gemeinsame Handeln in Europa, Grenzen zu überwinden, ihnen ihre trennende Wirkung zu nehmen. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948 ist das wohl bekannteste Menschenrechtsdokument und stellt gleichzeitig auch den Grundstein für den internationalen Menschenrechtsschutz dar. Es gelte jetzt diese Menschenrechte in Europa zu respektieren.

„Die Situation an den EU-Außengrenzen spitzt sich dramatisch zu: Ausbeutung, Klimawandel und Kriege verstärken die Migration, weltweite Menschenrechtsverletzungen verdeutlichen, wie relevant der Einsatz für Menschenrechte ist – diese dann mit Füssen zu treten ist eine Schande.“ so QuattroPax

Die EU versucht, ihre Grenzen hermetisch abzuriegeln. An einigen Grenzabschnitten haben die Nationalstaaten meterhohe Stachelzäune errichtet, so auch an den östlichen Außengrenzen zwischen Belarus und Lettland, Litauen bzw. Polen. Alle drei EU-Mitgliedsstaaten haben den Notstand an der Grenze ausgerufen. Litauen und Polen haben Gesetzesänderungen verabschiedet, die im Widerspruch zu internationalem und EU-Recht stehen und das Grundrecht auf Asyl und Nicht-Zurückweisung verletzt. Mit physischen Barrieren, Zaun und Mauerbau und der Hilfe des Militärs werden Flüchtlinge an der Asylantragsstellung gehindert. Täglich kommt es zu gewaltsamen, rechtswidrigen Pushbacks nach Belarus. Die Genfer Flüchtlingskonvention, die 2021 in diesem Jahr 70 Jahre alt wurde, droht in ihren Grundlagen gerade in Europa unterzugehen. Die Grenztruppen des Diktators Lukaschenko, der die Flüchtlinge als Spielball gegen die EU benutzt, halten zum Teil die Flüchtlinge wochenlang im Grenzgebiet fest, ohne Nahrung und Schutz, während die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt liegen. Besonders bedrohlich ist die Situation an der Grenze zu Polen. Mindestens zehn Menschen kamen ums Leben.

Wir fordern: Notleidenden helfen – Geflüchtete aufnehmen! Sofort!

QuattroPax spricht sich unmissverständlich gegen ein Europa der Haft- und Flüchtlingslager aus: „Wir verurteilen unterlassene Seenotrettung, illegale Zurückweisungen, Puschbacks und Waffengewalt gegen Geflüchtete besonders an den EU-Außengrenzen. QuattroPax wendet sich klar gegen den von der EU geplanten „New Pact on Migration and Asylum«, mit dem Asylanträge in Europa verhindert und Menschenrechte weiter gebrochen werden sollen.

Damit die Menschen kein weiteres Weihnachten unter menschenunwürdigen Bedingungen erleben müssen, müssen unsere Regierungen jetzt endlich handeln und geflüchtete Menschen aufnehmen.“ (Infos u.a. www.paxchristi.de www.proasyl.de )

QuattroPax

Friedens- und Solidaritätsnetzwerk in der Großregion.

  • AG Frieden Trier (D)
  • Association Républicaine des Anciens Combattants -Vosges (F)
  • Coalition luxembourgeoise pour la paix – COLUPA (B)
  • Deutsche Friedensgesellschaft -Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen DFG-VK Rheinland-Pfalz (D)
  • Friddens- a Solidaritéitsplattform Lëtzebuerg – FSPL (L)
  • Friedensnetz Saar (D)
  • Le Mouvement de la Paix, comité des Vosges (F)
  • Mouvement pour une Alternative Non-violente Nancy – MAN Nancy (F)
  • Pax Christi Saar (D)

Diskussionsveranstaltung „Wie weiter in Afghanistan?“

Dienstag, 23. November 19.00 Uhr
Achtung: Nun als Online-Veranstaltung

mit Otmar Steinbicker, Aachen.   Steinbicker ist Journalist und Herausgeber des Aachener Friedensmagazins aixpaix.de.

Link: https://global.gotomeeting.com/join/327773445

Wie geht es in Afghanistan nach der erneuten Machtübernahme der Taliban weiter? Diese Frage beschäftigt die Weltöffentlichkeit, lässt sich aber wenige Monat nach dem Abzug der letzten internationalen Truppen noch immer nicht mit Sicherheit beantworten. Es gibt reichlich Widersprüche, zunehmend allerdings negative Tendenzen. Einiges deutet auf heftige Differenzen innerhalb der Führung der Taliban hin.

Das „freundliche Gesicht“ der Taliban aus den ersten Tagen ist verschwunden. Ob es zu einer kompletten Neuauflage der Schreckensherrschaft kommt, bleibt fraglich. Afghanistan bleibt auf Hilfsgelder aus aller Welt angewiesen, die bei einer weitgehenden Isolation des Landes ausbleiben könnten.

Otmar Steinbicker war 2010 gemeinsam mit einem afghanischen Stammesführer an einem Gesprächskontakt zwischen dem ISAF-Oberkommando und der Talibanführung beteiligt und stand in Kontakt mit deutschen und europäischen Diplomaten und wirft einen Blick hinter die Kulissen. In Zusammenarbeit mit pax christi Saar.

Ökumenischer Gottesdienst REICHWEITE FRIEDEN

Freitag, 19. November 2021

18.30 Uhr Kirche St. Blasius Saarwellingen mit Diakon Horst-Peter Rauguth.   

Seit gut 40 Jahren gibt es die Ökumenische FriedensDekade, die vom 7. bis 17.November 2021 stattfindet. REICHWEITE FRIEDEN lautet das diesjährige Motto. Das Plakatmotiv veranschaulicht eine umfassende, weltumspannende Reichweite des Friedens. Eine Vision, ein Ziel für unser menschliches Friedenshandeln. Für diese Visionen und Ziele wollen wir gemeinsam beten und Gottesdienst feiern. In Zusammenarbeit mit pax christi Saar und kfd St. Blasius.